ZagniRechtsanwalt


Anleger sollten Angebote kritisch betrachten und den Versprechen der Anbieter nicht blind vertrauen

Wer in Wälder investiert, darf mit einer hohen Rendite rechnen und tut noch etwas für die Umwelt – dies versprechen zumindest zahlreiche Anbieter. Doch darauf sollten Anleger nicht blind vertrauen ...

Die Versprechen zahlreicher Anbieter sind vollmundig: man könne nicht nur etwas für die Umwelt tun, die Werbung spricht sogar von Renditen von mehr als 10 % jährlich. Doch Vorsicht ist geboten, die Investition trägt zahlreiche Risiken.

So funktioniert die Investition ...

Die gängigsten Anlageformen in Waldinvestments sind Direktinvestments oder geschlossene Fonds. Bei einem Direktinvestment investieren die Anleger direkt in einzelne oder mehrere Bäume auf bestimmten Flächen. Gleichzeitig wird ein Vertrag mit einem Dienstleister abgeschlossen, der sich um die Bewirtschaftung und Vermarktung der Bäume kümmert. Geschlossene Fonds sind hingegen weniger individuell ausgestattet:, hier beteiligt sich der Anleger in der Regel als Geldgeber an einer Gesellschaft, die die Waldgrundstücke erwirbt und für den Holzanbau aufforstet.

Das vermeintlich grüne Investment bringt auch zahlreiche Risiken mit sich ...

Zum einen stehen die Plantagen häufig in fernen Ländern, etwa im südamerikanischen oder asiatischen Raum, so dass eine Besichtigung vor Ort nur sehr schwer möglich ist. Die Investition fängt bei der Bepflanzung der Bäume an und endet mit dem Abholzen der Bäume. Die Rendite entsteht durch den anschließenden Verkauf.

Einen Baum zu fällen lohnt sich zudem erst dann, wenn dieser eine bestimmte Größe erreicht hat. Dies kann je nach Standort und Baumart mindestens 20, teilweise bis zu 100 Jahre dauern.

Neben den jahre- bzw. jahrzehntelangen Laufzeiten dieser Investition besteht bei Direktinvestments in der Regel zusätzlich ein Fremdwährungsrisiko. Zudem muss in Entwicklungs- und Schwellenländern mit deutlich höheren Währungsschwankungen und somit Verlusten gerechnet werden.

Sollte das Waldprojekt scheitern, verlieren Anleger ihr investiertes Geld teilweise oder sogar komplett. Für einen solchen Fall gibt es keine Einlagensicherung.

Ob diese Investitionen einen guten Anbieter finden, ist ebenso fraglich. So hat die „Stiftung Warentest“ zuletzt in Deutschland zugelassene Waldinvestments verglichen: sämtliche Anbieter bekamen die Gesamtnote „mangelhaft“!

Die Stiftung Warentest monierte insbesondere, dass die zu erwartenden Holzpreise bei Verkauf ohne belastbare Marktdaten angegeben werden. Ob somit nach vielen, vielen Jahren die in Aussicht gestellte Rendite erwirtschaftet wird, ist deshalb völlig ungewiss.

Fazit: hohe und zahlreiche Risiken mit einer langen Laufzeit

Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass wegen ihrer hohen Risiken Waldinvestments für die meisten Anleger nicht geeignet sind. Auf keinen Fall sollten Anleger Geld, das sie für die Altersvorsorge oder anderweitig benötigen, hier investieren!

Gerne prüfen wir Ihre (geplante) Investition genau auf ihre Schlüssigkeit und Risiken.

 

Patrick M. Zagni

Rechtsanwalt / Fachanwalt für
Bank- und Kapitalmarktrecht

 

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